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Dieses Forum dient dem Austausch über aktuelle politische Themen sowie Diskussionen innerhalb von Bündnis die Zukunft - offen für jeden politisch interessierten Menschen.
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Felix Staratschek
Anmeldungsdatum: 24.11.2007 Beiträge: 157 Wohnort: Radevormwald
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Verfasst am: 08.06.2008, 11:40 Titel: Müllverbrennung- Die chronische Vergiftung / Kryo- Recycling |
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English version: www.buendnis-zukunft.de/phpBB2/viewtopic.php?t=174 und Links in engl. Sprache
Petition gegen Müllverbrernnung in Europa: www.petitiononline.com/noburn08/ Bitte zeichnen!
Aktuelle Termine: http://sites.google.com/site/euradevormwald
Stellen Sie Fragen an unsere Politiker: www.abgeordnetenwatch.de
Vorbemerkung, Inhaltsverzeichnis und Links:
Im Mai 2008 fand in Schwerte die Jahrestagung der Bürgerbewegung für Kryo- Recycling und Kreislaufwirtschaft ( www.total-recycling.org statt. Hier folgt der Vortragstext, den Dr. Rosin ( http://de.wikipedia.org/wiki/Harry_Rosin ) und andere Referenten vorbereitet und vorgetragen haben. Dem Bündnis für die Zukunft ( www.buendnis-zukunft.de ) gilt großer dank, dass dieses Thema über dieses Forum im Internet diskutiert werden kann, für das ich mich schon seit 1996 einsetze. Damals wurde Dr. Rosin von der www.oedp.de mit der "Goldenen Schwalbe" geehrt. Noch länger schon wird diese Recyclingtechnik von der Politik passiv ignoriert oder gar aktiv bekämpft! Zahlreiche einflussreiche Politiker, wie Matthias Wissmann, Norbert Blüm, Klaus Peter Flosbach, Herbert Reuel, Angela Merkel, die NRW- Ministerpräsidenten Clement und Rüttgers, Beatrix Philipp, ...... erhielten von mir persönlich bei Veranstaltungen im Bergischen Land und weiteren Gelegenheiten (z.B. Katholikentag 08 ) Infos zum Thema überreicht, zum Teil als Gedrucktes, zum Teil als Audiokassette mit einer DLF- Radiosendung mit Dr. Rosin von 2001.
Nachdem ich hier den kompletten Text stehen habe, habe ich alle Direktkandidaten von 2005 für den Bundestag hierüber erneut informiert sowie die mir bekannten ÖDP- Mitglieder- Adressen und weitere Initiativen/ Personen. Ich habe noch deren Mailadressen im Zettelkasten, die ich 2005 recherchiert hatte. Damit hatte ich fast alle Kandidaten und damit die jeweilige "Parteielite" von 2005 erstmals über das Kryo- Recycling informiert. Die Verbreitung guter Infos und das Anregen von Diskussionen halte ich für die notwendigste Tätigkeit.
Meine bisherigen Aktivitäten zum Kryo- Recycling sind im ÖDP- Forum aufgeschrieben (u.a. die offenen Briefe an Rüttgers (für Leute mit wenig Zeit als kurze Zusammenfassung dieses Themas nutzbar!) und Horst Köhler):
www.oekologisch-demokratische-partei.de/dcforum/DCForumID71/37.html
Da sind auch viele Links gesammelt, die ich zum Thema gefunden habe.
Jeder kann Bekannte auf dieses Thema aufmerksam machen oder dieses mit anderen Foren/ Seiten verlinken, damit das Thema die notwendige Öffentlichkeit bekommt. Auch ein Übertragen auf andere Seiten ist erwünscht. Drucken Sie den Text (im A4- Querformat!) aus, um ihn bei Gelegenheit Politikern oder Umweltschützern ohne Internet- PC oder bei Veranstaltungen zu übergeben oder stellen Sie Fragen bei www.abgeordnetenwatch.de und vor Wahlen bei www.kandidatenwatch.de .
Da dies viel Text ist, empfiehlt sich der Ausdruck (im A4 Querformat!), sofern man in Bus und Bahn oder bei sonstigen Pausen Lesezeit hat.
Inhalt
Forenseite 1
Einleitung/ MVA- die chron. Vergiftung
Müllverbrennung - Globale Geschäfte
Analogie zum Zigarettenbrand
Sind MVA Beseitigungs- oder Syntheseanlagen?
Abfallarten für die Verbrennung
Warum so viele Abfallarten zur Verbrennung?
--Verbrennungstechnik
--Halogenorganische Stoffe in MVA statt SVA?
Wo bleiben die unzähligen Reaktionsprodukte?
--Energiebilanz- thermische Emissionen
--Abgase
--Schlacken, Aschen, Filterstäube
----Schlacke
----Flugasche, Filterstäube
Forenseite 2
Welche Schutzfunktion hat die 17. BImSchV?
--Organische Stoffe, angegeben als "Gesamt-" Kohlenstoff
--Polychlorierte Dioxine und Furane
Was sagt die MVA- Lobby dazu?
Was sagen Chemiker dazu?
--Was sagen Chemiker zur Entstehung von PCDD und PCDF?
--Probennahme, Probenverarbeitung, Isolierung, Einzelisomerbestimmung
--Einfluss der MVA- Verbrennungs- und Gasreinigungstechnik auf die Dioxin- Emissionen
--Umweltrelevanz und Toxizität
Was sagen verantwortungsbewusste Ärzte und Biologen dazu?
--Beispiel DDT - der stumme Frühling
--Gifte und Wirkungen
--Dr. med. Rosins FKW- Versuch
Forenseite 3
Was sagen Bürgerinitiativen und Umweltorganisationen dazu?
Gibt es bessere Alternativen?
Kryo- Recycling
--Die neue Tieftemperatur- Kältetechnik
--Die neue Mahltechnik im Kältetunnel
--Die neue Trenn- und Sortiertechnik
--Ausblick
Biologisch mechanische Abfallbehandlung
--BMA nach Dr. Harry Rosin
--Abfallentgiftung in der BMA nach Dr. Rosin
Fazit
Ab hier offene Diskussionsmöglichkeit
--Antwort der Grünen im Bundestag/ kommnentiert
Forenseite 4
Müllverbrennung und Kreislaufwirtschaft/ medizinische Fachartikel 2008
Wie Recycling nicht sein sollte! Film über USA- China
"Kryorecycling" heute, mit Stickstoff
Petition gegen Müllverbrennung
Links: (siehe auch die Links in den jeweiligen Kapiteln)
Technische Seiten
www.spektro.de Erkennung zur Trennung
www.herbold.com Mühlensysteme für Kunststoffe
www.alpinehosokawa.com/02powder/exampl/plastics/recycle/recycle.htm
Firmen, die Teile des Kryo- Recyclings aufgreifen:
www.messergroup.com und www.airliquide.de Kaltmahlen mit Stickstoff, siehe auch Themenseite 4
Klimawandel und Lobby:
www.pik-potsdam.de/~stefan/klimaschwindel.pdf
www.umweltbundesamt.de/klimaschutz/klimaaenderungen/faq/skeptiker.htm
Initiativen gegen Müllverbrennung/ für Recycling und Kreislaufwirtschaft
www.no-burn.org Internationale Gruppe, überwiegend, aber nicht nur englische Texte
www.oekologisch-demokratische-partei.de/dcforum/DCForumID71/37.html#19 Initiativen
www.oekologisch-demokratische-partei.de/dcforum/DCForumID71/37.html#20 Themenlinks
www.oekologisch-demokratische-partei.de/dcforum/DCForumID71/37.html#8 Offener Brief an Bundespräsident Horst Köhler
www.oekologisch-demokratische-partei.de/dcforum/DCForumID64/24.html Korruption uind Müllverbrennung, aufgedeckt am Bsp. Köln
Ökologie und Ökonomie
www.foes.de
www.eucken.org
www.oekologisch-demokratische-partei.de/dcforum/DCForumID38/231html#7 Ökologisch soziale Marktwirtschaft
Logistik, nicht nur für Mülltransporte:
www.containerserviceamladegleis.de _________________ Handle so, daß die Wirkungen der Handlungen verträglich sind mit echter Permanenz menschl. Lebens. (Hans Jonas)
www.youtube.com/watch?v=BU9w9ZtiO8I
www.bpb.de/popup/popup_bild.html?guid=I3B1GJ
http://sites.google.com/site/oekoradevormwald
Zuletzt bearbeitet von Felix Staratschek am 15.11.2009, 20:40, insgesamt 33-mal bearbeitet |
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Felix Staratschek
Anmeldungsdatum: 24.11.2007 Beiträge: 157 Wohnort: Radevormwald
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Verfasst am: 08.06.2008, 12:07 Titel: Müllverbrennung- die chron. Vergiftung/ Müllmeister Dtl. |
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Müllverbrennung- die chronische Vergiftung/ Müllmeister Deutschland
Im Herbst 2007 berichtete die Süddeutsche Zeitung unter der Überschrift "Deutschland wird Müllmeister" ( www.sueddeutsche.de/wissen/artikel/992/133742 ): "Das Müllgeschäft floriert. Mehr als 80 neue Müllverbrennungsanlagen (MVA) sollen in Deutschland entstehen. Weil das Land dafür zu wenig Abfall produziert, müssen die Betreiber ihn importieren." Alleine das Land Nordrhein Westfalen importierte 2005 insgesamt 2,5 Mio. t. Abfälle. 1/4 davon waren verbrennungspflichtige, gefährliche Sonderabfälle, also Industrieschlacken und -schlämme, kontaminierte Filterstäube, Bitumengemische und andere Chemikalien.
www.wdr.de/themen/wirtschaft/1/muellverbrennung_herten/australien_importmuell/import_export.jhtml?rubrikenstyle=wirtschaft
Etwa das ganze Jahr 2007 kämpfte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland ( www.bund-nrw.de ) (....) gegen die zunächst genehmigten, später widerrufenen Import von 22.000 t äußerst giftigen Hexachlorbenzol (HCB) ( http://de.wikipedia.org/wiki/Hexachlorbenzol ) aus Australien zur Verbrennung in NRW ( www.bund-nrw.de/pm022007_giftmull.htm ). Selbst Bundesumweltminister Sigmar Gabriel ( http://de.wikipedia.org/wiki/Sigmar_Gabriel ) zeigte sich im Fernsehen leider erfreut und stolz darauf, dass Deutschland "Weltmeister in der Verbrennungstechnik" sei. Australien solle dies zum Schutz seiner Bevölkerung nutzen uns seine Abfallsorgen hier "entsorgen", bis es dort auch unseren hohen MVA- Standard erreicht habe. _________________ Handle so, daß die Wirkungen der Handlungen verträglich sind mit echter Permanenz menschl. Lebens. (Hans Jonas)
www.youtube.com/watch?v=BU9w9ZtiO8I
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Felix Staratschek
Anmeldungsdatum: 24.11.2007 Beiträge: 157 Wohnort: Radevormwald
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Verfasst am: 08.06.2008, 13:04 Titel: Müllverbrennung - globale Geschäfte |
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Müllverbrennung - globale Geschäfte
Solche und ähnliche Meldungen sind ernste Hinweise darauf, dass derzeit - nach 20 jährigen hin und her - ein riesiges globales Geschäft festgezurrt wird. Als Aushängeschild dieses Geschäftes dient Deutschland, das weltweit als so mustergültig, sauber und ordentlich bekannt ist, dessen zuverlässiger Anlagenbau durch das "made in Germany" geadelt und dessen hoher Hygiene- Standard allgemein anerkannt sind. Ziel des Geschäftes ist es, nach deutschen Vorbild den ganzen Erdball mit MVA zu überziehen. Die Weltbank wird gedrängt, das Geschäft auch in ärmeren Ländern mit günstigen Krediten zu finanzieren.
Man weist auf die Abfallproblematik in den urbanen Zentren hin, den wachsenden Megacitys, deren "Müllberge" angeblich alternativlos der Volumenreduktion, der Hygienisierung und der so genannten "Inertisierung" ( http://de.wikipedia.org/wiki/Inertisierung ) durch MVA bedürfen. Das dramatische Beispiel des Müllproblems in Neapel 2008 sollte nicht nur den Italienern, sondern auch unseren MVA- Kritikern mahnend vor Augen führen, welche Missstände ohne MVA einträten. Daneben dienen auch die Erdölverknappung ( www.peakoil.de / http://de.wikipedia.org/wiki/Peakoil ) und die steigenden Erdölpreise als Grund dafür, dass die thermische Abfallbehandlung, die energetische Abfallverwertung, dringend geboten sei.
Drei so genannte "globale Player" schicken sich an, "das große Rad zu drehen":
===International erfahrene Manager verarbeiten beim DSD ( http://de.wikipedia.org/wiki/Duales_System_Deutschland ) in Köln die Erfahrungen, die mittelständische Unternehmen 20 Jahre lang mit der Entsorgung gesammelt haben:
---mit technischen Verfahren
---mit Logistik
---mit Gutachternetzwerken
---mit der politischen Unterstützung bei der Anpassung der Gesetze und Verordnungen, usw..
===Die KKR, ein New Yorker Konsortium globaler Finanzinvestoren, hebt die Vorarbeit des DSD auf die europäische und globale Ebene.
===Die E.ON- Tochter BKB, Hannover ( http://de.wikipedia.org/wiki/E.ON , http://de.wikipedia.org/wiki/BKB ), der Marktführer unter den MVA- Betreibern in Deutschland, wird bald in "E.ON - Energy from Waste AG" umbenannt und übernimmt Technik und Vertrieb im globalen Geschäft.
Nur eine Lobby fehlt, unsere kritischen Bürgerinnen und Bürger, unsere kritischen Umweltverbände und -vereine. Sie sind eher der Meinung, dass Müllverbrennung vermieden werden muss, ja noch nicht einmal gedacht, geschweige den praktiziert werden darf. Zusammen mit anderen Verbänden und Vereinen fordern wir die entschlossene Abkehr von der Müllverbrennung und die Förderung der deutlich besseren Alternativen stofflichen Recyclings, insbesondere:
--des Tiefstkälte (=Kryo)- Recyclings der Kunststoffe in Kombination
--mit der dreistufigen Biologisch - mechanischen Aufbereitung (BMA) verunreinigter, toxisch belasteter Bioabfälle des sogenannten Restmülls. ( http://de.wikipedia.org/wiki/Mechanisch-biologische_Abfallbehandlungsanlage ) (Hinweis: Hier schlägt Dr. Rosin später noch einige Verbesserungen vor, zur Entfernung der Schadstoffe im Zuge der Behandlung!)
--zusammen mit schon etablierten Recylingströmen - wie dem Metallrecycling, dem Papier- und Glasrecycling und der Kompostierung ergäbe sich dann eine totale Kreislaufwirtschaft.
Nur die Kreislaufwirtschaft ist imstande, uns - die Menschheit - in eine gute, unvergiftete Zukunft zu führen. Die Zeichen der beginnenden chronischen Umweltvergiftung und Vergiftung der Menschheit sind bereits überdeutlich erkennbar:
--als rückläufige Ernteerträge und dadurch bedingte Lebensmittelknappheit
--als stetiger Anstieg allergisch und toxisch bedingter Krankheiten und als Zunahme toxisch bedingter und noch nicht zu klassischen Krankheitsbildern ausgereifter Missempfindungen und Verhaltensstörungen, die unser Sozialsystem belasten,
--sowie als Klimaveränderungen mit regional verheerenden Wetterturbulenzen (Anmerkung: Siehe akut, im Mai 2008 die Folgen des Wirbelsturmes in Birma, der sich nach der Textverfassung ereigente.)
Die nun folgenden Vortragenden wollen die vorliegenden Sachinformationen bündeln und ergänzen und den zahlreichen Bürgerinitiativen gegen MVA Argumentationshilfen geben, die notfalls auch vor Gericht nützlich sind. _________________ Handle so, daß die Wirkungen der Handlungen verträglich sind mit echter Permanenz menschl. Lebens. (Hans Jonas)
www.youtube.com/watch?v=BU9w9ZtiO8I
www.bpb.de/popup/popup_bild.html?guid=I3B1GJ
http://sites.google.com/site/oekoradevormwald
Zuletzt bearbeitet von Felix Staratschek am 26.07.2008, 21:42, insgesamt einmal bearbeitet |
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Felix Staratschek
Anmeldungsdatum: 24.11.2007 Beiträge: 157 Wohnort: Radevormwald
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Verfasst am: 08.06.2008, 17:59 Titel: Analogie zum Zigarettenbrand |
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Analogie zum Zigarettenbrand
Zur Einführung in die Problematik von Verbrennungsprozessen dient der Vergleich mit dem Zigarettenbrand. Wie gerne hätte es die Tabakindustrie, wenn glimmende Zigaretten nichts anderes emitierten, als Nikotin.(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Zigarette
Doch sobald der Tabak (und das ihn umschließende Papier!!, F.St.) angezündet wird, entstehen viele andere Schadstoffe, die es vorher nicht in der Zigarette gab:
--Deswegen wird schon länger über die potentiell tödlichen Erkrankungen auf jeder Einzelverpackung gewarnt.
--Deswegen werden Nichtraucher neuerdings vor dem Passivrauchen in öffentlichen Bereichen geschützt.
Beim Nichtraucherschutz setzt sich endlich das Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit der Staatseinwohner durch. Die anhängige Verfassungsklage des Gaststättenverbandes hat wohl geringe Chancen, selbst wenn die beteiligten Beschwerdeführer einen Umsatzrückgang durch das Rauchverbot "substanziiert" nachweisen können. Dann gälte der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit und die Abwägung der Gemeinwohlbelange, die bei uns "sehr hoch angesiedelt" seien. Die "Schutzpflicht" des Staates gegenüber seinen Bürgern stehe höher als der Anspruch darauf, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen immer gleich bleiben, meint der Berliner Verfassungsrechtler Peter Sodan.
www.welt.de/berlin/article1484669/Klage_gegen_Rauchverbot_hat_kaum_Chancen.html
Während bei den natürlichen Schadstoffen des Tabaks Nikotin und Cadmium, das in Tabakpflanzen - ähnlich wie in Pilzen - angereichert wird, im Vordergrund stehen, verursacht erst der Zigarettenbrand die zusätzlich gefürchteten Krebs- erzeugenden Substanzen. wie andere Pflanzenzellen, besteht auch der Tabak aus ungefähr 300 natürlichen Substanzen, u.a.
--aus dem Zuckerpolymer Zellulose in den Zellwänden und Fasern
--aus dem physiologischen Kochsalz ( http://de.wikipedia.org/wiki/Natriumchlorid )
Wird Tabak angezündet, zerreißt die Hitzeenergie Kohlenstoffbindungen in der Zellulose. Das Zuckerpolymer wird in viele kleine Bruchstücke zerstückelt. Diese thermolytische Dissoziation erzeugt typischer Weise Bruchstücke mit ungepaarten Elektronen, also hochreaktive Radikale (2).
Ab 800°C zerfällt aber auch das Kochsalz in Radikale. Die Chlorradikale reagieren u.a. zu mehr als 40 nachgewiesenen Karzinogenen, z.B.:
--Vinylchlorid http://de.wikipedia.org/wiki/Vinylchlorid
--Dichlorethan http://de.wikipedia.org/wiki/Dichlorethan
--Epichlorhydrin http://de.wikipedia.org/wiki/Epichlorhydrin
--usw. http://de.wikipedia.org/wiki/Karzinogen
Auch die größeren polychlorierte Biphenole und Dioxine/ Furane werden im Anschluss an die Glutzone in der kühleren Kondensationszone der Zigarette gebildet. http://de.wikipedia.org/wiki/Dioxin - http://de.wikipedia.org/wiki/Furan - http://de.wikipedia.org/wiki/Biphenyl
Halogeniert wird umso mehr, je weniger Sauerstoff in die Zigarette gezogen wird, wenn sie nur so vor sich hinglimmt, also unvollständig verbrennt (2) http://de.wikipedia.org/wiki/Halogen . Die hohe Elektronennegativität ("Orbitalelektronennegativität") der Halogene treibt diese in den Kohlenstoff der Zellulosebruchstücke, wenn diese - bei unvollständiger Verbrennung - zuvor nicht oxidiert wurden (2)(3). Der so genannte Nebenstromrauch der nur passiv glimmenden Zigarette wird dadurch um das 100- bis 1000- fache toxischer, als der aktiv gezogene Hauptstromrauch. Insgesamt werden aus den ca. 300 Naturstoffen des Tabaks durch den Verbrennungsprozess über 4000 neue Substanzen synthetisiert. Davon sind über 40 als karzinogen identifiziert (4)(5). Aber auch direkte Lungengifte, wie Phosgen ( http://de.wikipedia.org/wiki/Phosgen ) oder diverse Aldehyde ( http://de.wikipedia.org/wiki/Aldehyde ) oder starke Lebergifte, wie Trichlorethan ( http://de.wikipedia.org/wiki/Trichlorethan ) und Tetrachlorkohlenstoff ( http://de.wikipedia.org/wiki/Tetrachlorkohlenstoff ) kommen im Rauch zustande und tragen neben dem Nikotin ( http://de.wikipedia.org/wiki/Nikotin ) und Cadmium ( http://de.wikipedia.org/wiki/Cadmium ) zur allgemeinen Toxizität des Rauchens bei (6)(7).
Die Zigarette wird zwar kürzer, sozusagen "beseitigt", dennoch verschwindet kein einziges Atom. Die Atome werden nur auf radikalische unregulierbare Weise neu miteinander kombiniert, teils zu harmlosen, teils zu giftigen Substanzen.
Obwohl die Toxizität des Tabakrauches ( http://de.wikipedia.org/wiki/Tabakrauch ) seit ca. 80 Jahren bekannt ist (5)(8 ), obwohl auch gerade die Schadwirkungen auf Passivraucher seit mindestens 30 Jahren bekannt sind (5), hielt die "Verschleppungstaktik der Tabaklobby" auch bei der abschließenden parlamentarischen Behandlung des Nichtraucherschutzgesetzes Anfang 1998 im Bundestag unvermindert an (9). Jahr für Jahr zählen in Deutschland zu den vielfältigen tabakbedingten Erkrankungen über 90.000 Todesfälle bei den Rauchern selbst, aber auch 400 Lungenkrebsrote und 3000 bis 5000 Herz- Kreislauf bedingte Todesfälle bei Passivrauchern.(9)
(1) Opitz, K., M.Horstmann: Nikotin, Dt. Ärzteblatt 40, 1869-1873 (1981) www.aerzteblatt.de
(2) Becker, H.G.O.: Elektronentheorie organisch- chemischer Reaktionen. H. Deutsch, Zürich, Frankfurt, Thun (1975)
(3) Pauling, L., Chemie- eine Einführung, Verlag Chemie, Weinheim/Bergstr. (1962) http://de.wikipedia.org/wiki/Linus_Pauling
(4) Beratungskommission Toxikologie: Gesundheitsgefährdung durch Passivrauchen, Dt. Ärzteblatt 92, B1986-B1987 (1995)
(5) Jöckel, K.H.: Gesundheitsrisiken durch Passivrauchen, Dt. Ärtzeblatt 97, B2417- B2422 (2000)
(6) Forth W.; D.Henschler, W.Rummel, K.Starke: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie, VI-Wiss.Verl. Mannheim (1992)
(7) Vogt, J.: Gefährlicher Mief auch in der guten Stube, Dt. Ärzteblatt 82, 1493-1495 (1985)
(8 ) Junge,B.: Tabak, Jahrbuch Sucht 96, Dt. Hauptstelle gegen Suchtgefahren, Geesthacht (1995) www.dhs.de
(9) www.nichtraucherschutz.de _________________ Handle so, daß die Wirkungen der Handlungen verträglich sind mit echter Permanenz menschl. Lebens. (Hans Jonas)
www.youtube.com/watch?v=BU9w9ZtiO8I
www.bpb.de/popup/popup_bild.html?guid=I3B1GJ
http://sites.google.com/site/oekoradevormwald
Zuletzt bearbeitet von Felix Staratschek am 08.12.2008, 23:52, insgesamt 3-mal bearbeitet |
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Felix Staratschek
Anmeldungsdatum: 24.11.2007 Beiträge: 157 Wohnort: Radevormwald
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Verfasst am: 09.06.2008, 11:06 Titel: Sind MVA Beseitigungsanlagen oder Syntheseanlagen? |
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Sind MVA Beseitigungs- oder Syntheseanlagen?
Das Buch "Die Suche nach dem Ursprung der Atome (1) beginnt mit den Sätzen:
"Jeder Atemzug, den Sie tun, enthält Atome, die in der höllenheißen Glut, tief im Inneren von Sternen erzeugt wurden. Jede Blume, die Sie pflücken, enthält Atome, die bei Sternenexplosionen, heller als eine Milliarde Sonnen ins All geschleudert wurden. Jedes Buch, das Sie lesen, enthält Atome, die vom interstellaren Wind über unvorstellbare Raum- und Zeitdistanzen hinweg geweht wurden."
-und fährt dann fort-
"Das Eisen im Blut, das Kalzium in den Knochen, der Sauerstoff, der bei jedem Atemzug ihre Lunge bläht - alles wurde in den Feuern tief im inneren von Sternen geschaffen - und dann - wenn die Sterne alterten und Untergingen, in den Raum hinausgeschleudert. jeder von uns ist ein Erinnerungsstück an längst erloschene Sterne. jeder von uns wurde buchstäblich im Himmel gemacht."
Eindrucksvoller und bildhafter kann nicht ausgedrückt werden, dass Atome, die sich zum Planeten Erde, zu Materie zusammengebalt haben (unter den Bedingungen unserer heutigen Umwelt) nicht zerstört werden können, sondern nur jeweils anders kombiniert, zu veränderbaren Molekülen umgeformt werden.
Es ist ein gängiger Irrtum, dass Dinge einfach verschwinden, wenn sie verbrannt werden, aber das ist eine Selbsttäuschung. Sie ändern lediglich die Form und Zusammensetzung - so wie die o.g. Zigarette sich verkürzt, ohne das auch nur ein einziges Atom verloren geht. Diese werden nur zu chemischen Reaktionen mit dem Luftsauerstoff oder dem Chlor aus dem Kochsalz oder mit vielfältigen anderen Stoffen zur Verfügung gestellt. Das entzündete Streichholz (oder Feuerzeug) zündet diese Umwandlungen.
Feuerungsanlagen sind also Chemiereaktoren, sind Syntheseanlagen (2). Wir neigen dazu, die chemischen Reaktionen und ihre Reaktionsprodukte außer acht zu lassen, weil wir normalerweise nur an der freigesetzten Wärme interessiert sind, mit der wir Turbinen antreiben, Prozessdampf oder Raumwärme oder Produkte erzeugen oder eben Nikotin aus dem Tabak verdampfen lassen, usw.. Aber es bleibt dabei: Feuerungsanlagen, auch und vor allem Müllverbrennungsanlagen (MVA) sind Chemiereaktoren, sind Syntheseanlagen - Anlagen, bei denen die chemische Synthese jedoch nicht gezielt und gesteuert, sondern durch die Feuersbrunst angetrieben, auf sehr chaotische Weise ablaufen. Es resultieren unzählige chaotisch zusammengesetzte Reaktionsprodukte - auch viele, die sehr giftig auf die Pflanzen, Tiere und Menschen einwirken, entweder, weil sie direkt toxisch sind oder weil sie in unverträglich hohen Konzentrationen austreten oder weil sie mobilisiert und fein verteilt, nicht mehr rückholbar, sich in der Natur ausbreiten.
Bisher gedieh das Leben auf unserem Planeten Erde, weil die Natur es umgekehrt machte, z.B. das ursprüngliche Zuviel an CO² ins Wachstum von Pflanzen, in große Urwälder steckte und als Kohle, Erdöl und Erdgas unter die Erdoberfläche verbannte. Das Zuviel an Schwermetallen im Oberflächenwasser oder Staub wurde als Erz ebenfalls unter die Erdoberfläche abgelagert. Wir annullieren die lebensspendende Weisheit der Natur, indem wir verbrennen und verbrennen und verbrennen und unser Leben durch die geschaffene Unordnung der Verbrennungsprodukte (Entropiezunahme) akut und besinnungslos gefährden. mit der MVA tragen wir dazu bei, dass der Evolution auf Erden der Rückwärtsgang aufgezwungen wird (3).
Richtiger, kulturwürdiger wäre es, dem Beispiel der Natur zu folgen und so viel wie möglich stofflich zu recyclen.
In einer Großfeuerung von der Größe einer MVA werden pro Sekunde etwa 10 hoch 26 bis 10 hoch 28 Brennstoffmoleküle mit entsprechend vielen Sauerstoffmolekülen aus der Luft umgesetzt. (2) Noch riesiger ist die Zahl der von der Hitze der Oxidationen angeregten anderen chemischen Reaktionen, z.B. die oben genannten Radikal- und Radikalkettenreaktionen. Sie alle müssen in sekundenschnelle reagieren, d.h. sich jeweils einander bis auf ein 1000stel mm nähern - die freie Weglänge der Molekularbewegung. Stromwirbel und Strömungsturbulenzen bringen die Reaktionspartner angetrieben von der Feuersbrunst auf chaotische Weise mehr oder weniger oft zueinander. Ebenfalls in Sekundenschnelle müssen sie den Strömen bis zu einem Meter Dicke über die Abgaskanäle zum Schornstein hinaus. Gesund waren die Reaktionsprodukte von Verbrennungsprozessen im Abgas, in Asche und Schlacke noch nie!
(1) Chown, M.: Die Suche nach dem Ursprung der Atome, Matrix- Verlag, Wiesbaden (2004)
(2) Günther, R.: Kraftwerksfeuerungen und Umwelt, Spektrum der Wissenschaft, 70-82 (1988)
(3) Rosin, H.: Der Schlüssel zur globalen Kreislaufwirtschaft - Das Verlangen nach Zukunft, www.total-recycling.org , Doku der internat. Tagung in Halle/S, 4.6.06 _________________ Handle so, daß die Wirkungen der Handlungen verträglich sind mit echter Permanenz menschl. Lebens. (Hans Jonas)
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Zuletzt bearbeitet von Felix Staratschek am 15.11.2008, 21:36, insgesamt 2-mal bearbeitet |
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Felix Staratschek
Anmeldungsdatum: 24.11.2007 Beiträge: 157 Wohnort: Radevormwald
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Verfasst am: 09.06.2008, 18:00 Titel: Abfallarten für die Verbrennung |
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Abfallarten für die Verbrennung
Wer die Erkenntnisse aus der Tabak auf die Müllverbrennung überträgt, dem muß zwangsläufig Angst und Bange werden. Denn in die MVA sollen im Vergleich zum Naturstoff Tabak viel, viel mehr Gifte und Vorstufen/ Quellen für Giftbildungen einströmen, die ebenfalls nicht ohne entsprechende Folgen bleiben können.
Die Dinge, die für die Verbrennung vorgesehen ist, zeigt ein Auszug aus einem 9- Seitigen "Positivkatalog des Marktführers BKB ( www.bkb-hannover.de , demnächst E.ON - Energy from Waste www.eon-energyfromwaste.com ), in dem zusammengefasst ist, was als BRAM, als Brennstoff aus Müll, angenommen wird:
---Der Verbrennung sollen anheim fallen: Die Alt- Kunststoffe aus der Gebäudetechnik, die Shredder- Leichtfraktion aus Fahrzeugen, Inhalte der Gelben Tonne und Alt- Kunststoffe aus dem Industrie- und Elektronikbereich.
---Vom Holz: Die Reste von Spanplatten oder beschichtete bzw. imprägnierte Holzteile; De- Inking- Schlamm aus der Papierverarbeitung sowie andere Farben, Lacke, Dichtungsmaterial, usw..
---Die BKB nimmt auch Altreifen an, verbrauchte Aktivkohle, den Ruß aus Industrie- und privaten Schornsteinen.
---Aus der Medizin und Tiermedizin: Verbände, Chemikalien, abgelaufene Arzneien, Tierkadaver, Schlachthofabfälle.
---Weiterhin sämtliche Klärschlämme aus Betrieben und Kommunen, Fett- und Ölabscheidungen.
---Den Inhalt der Grauen Tonne, imprägniertes Textil und Leder, Abfälle der Altlastensanierung, Straßenkehrricht und Parkabfälle.
Die Neufassung der 17. BImSchV ( http://de.wikipedia.org/wiki/BImSchV ) aus dem Jahr 2003 erlaubt auch besonders überwachungsbedürftigen Abfällen in MVA mitverbrannt zu werden. Das war früher Abfall für Sondermüllverbrennungsanlagen (SVA). Gemeint sind die Abfälle mit mehr als 1% Gewichtsprozent Chlor. Die anderen Halogene, Brom und Fluor werden leider nicht berücksichtigt, obwohl bekannt ist, dass Kunststoff- Ummantelungen oder Gehäuse im Elektronikbereich oft bis zu 8 Gew.- % Brom in Flammschutzmitteln enthalten. Diese Abfälle sollen seit 2003 auch in einer MVA bei 1100°C verbrannt werden. Durch die Vermischung dieser Sonderabfälle mit einfachen Hausmüll sinkt jedoch der Chloranteil unter 1 Gew.-% . Die Verbrennung bei 1100°C bleibt erspart, sie können kostengünstiger um 850°C, also auf MVA statt SVA- Niveau reduziert werden. Die Halogenproblematik für die Emission bleibt jedoch!
Gemeinsame Eigenschaften dieser Abfallarten sind: Sie sind
---voller Schwermetalle aus Farben, Pigmenten oder Stabilisatoren,
---voller Halogene durch die Weichmacher, Flammschutz- und konservierungsmittel, durch aufgenommene Pestizide, Herbizide, Insektizide,
---voller giftiger, technischer Vorstufen zu noch stärkeren Giften.
Die Verbrennung macht damit "klar Schiff". Sie entsorgt nach dem Motto: "Aus den Augen, aus dem Sinn" - denken die MVA- Betreiber, denkt die Allgemeinheit gerne.
Oder ist es genau umgekehrt? Gehen die Syntheseprodukte der Verbrennung zwar "Aus den Augen", dann aber in den Sinn, in die lipophilen Strukturen unserer Haut, unseres Nerven-, unseres Immunsystems, in die Nahrungskette, in die Natur? _________________ Handle so, daß die Wirkungen der Handlungen verträglich sind mit echter Permanenz menschl. Lebens. (Hans Jonas)
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Felix Staratschek
Anmeldungsdatum: 24.11.2007 Beiträge: 157 Wohnort: Radevormwald
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Verfasst am: 10.06.2008, 07:21 Titel: Warum so vielfältige Abfallarten zur Verbrennung? |
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Warum so viele Abfallarten zur Verbrennung?
Selbst, wenn wir keine Verwendung für die Abfälle im "Positivkatalog" der BKB wüssten als die Verbrennung, erhebt sich die Frage, warum nicht die heizwertreiche Fraktion allein verbrannt wird - Alt- Kunststoffe, Alt- Reifen, Alt- Holz und Alt- Papier allein? warum soviel anderes, nicht gut brennendes zusätzlich in den Verbrennungsbunker gekippt wird? Vermindert das nicht unnötig die Energieausbeute, erhöht es nicht unnötig die Vielfalt der emittierten Gase?
2 Gründe erfordern, dass die Mitverbrennung wasserreicher und unbrennbarer Abfälle in Kauf genommen werden muss:
1.) damit die Feuerrostsysteme in MVA überhaupt funktionieren können,
2.) damit die 17. BImSchV auf billigste Art erfüllt werden kann. ( http://de.wikipedia.org/wiki/BImSchV ) _________________ Handle so, daß die Wirkungen der Handlungen verträglich sind mit echter Permanenz menschl. Lebens. (Hans Jonas)
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Felix Staratschek
Anmeldungsdatum: 24.11.2007 Beiträge: 157 Wohnort: Radevormwald
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Verfasst am: 10.06.2008, 07:54 Titel: Warum so vielfältige Abfallarten zur Verbrennung? |
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[b]zu 1.): Verbrennungstechnik[/b]
a) Die Alt- reifen und Alt- Kunststoffe können nicht allein in der Rostfeuerung verbrannt werden. Sie schmelzen nämlich zuerst und gehen dann in die Gasform über, in der sie zu brennen beginnen. Jeder kennt dieses Phänomen vom Abbrand einer Kerze. Das Kerzenwachs bildet am Docht zuerst einen kleinen Flüssigkeitssee, ehe es im Docht zu Gas wird, das dann zusammen mit dem Docht brennt. Die Erhitzung von Kunststoffen über einen Feuerrost erzeugt ebenfalls zuerst zähfließende Schmelzen. Diese würden das Feuerrost und die Steuerung des Verbrennungsprozesses verkleben und blockieren, wenn sie nicht von genügend unbrennbaren Ballast im Brennmaterial aufgefangen würde (1). Deshalb wird z.B. der Inhalt der Gelben Tonnen immer zusammen mit dem Inhalt der Grauen Tonne verbrannt. Ein Verzicht auf genügend Aufsaugmasse für die Kunststoffschmelze ist nicht möglich.
(1) Bank, M.: Basiswissen Umwelttechnik, Vogel Verlag (1994)
b) Je höher die Temperaturen im Feuerraum, also am Kessel steigen, desto stärker greift das aggressive Rohgas die Anlagenwände korrosiv an. Das lässt sich z.T. durch die Art der abkühlenden Luftzufuhr in den Feuerraum und durch die Führung der Abgasschwaden kompensieren, aber auch der kühlende Effekt der Wasserverdampfung ist zusätzlich nötig. Der BRAM, Brennstoff aus Müll, neuerdings auch EBS, Ersatzbrennstoff genannt, braucht einen größeren heizwertarmen Anteil als sog. "Kühlschrott" (1).
http://de.wikipedia.org/wiki/BRAM
http://de.wikipedia.org/wiki/Ersatzbrennstoff
BRAM wird durch seinen Wasser- und Ballaststoff- Anteil jedoch ein sehr inhomogenes Brennmaterial - viel inhomogener, als Tabak, Kohle oder gar Erdgas. Je inhomogener Brennmaterial ist, je unterschiedlicher die Schüttdichten und die Strömungswiderstände im Feuer sind, desto unmöglicher ist es, eine vollständige Verbrennung, eine vollständige Oxidation zu erreichen. in jeder MVA, in jeder noch so modernen MVA kann es nur zur unvollständigen Verbrennung kommen. ein Beweis dafür ist allein schon die Tatsache, dass neben dem vollständig oxidierten Kohlendioxid CO² aus jeder MVA auch in beträchtlicher Menge Kohlenmonoxid CO emittiert wird. Gemäß der 17. BImSchV sind davon50 mg/m³ zugelassen!
zwei unbestreitbare Umstände lassen sich nichtwegdiskutieren:
a) die stets unvollständige Verbrennung,
b) die Thermolyse, die hochreaktive Radikale erzeugt, welche bevorzugt mit Halogen - also Chlor, Brom und Fluor - neue, oft giftige Verbindungen eingehen. Deswegen lässt sich Giftbildung in der MVA keinesfalls vermeiden. _________________ Handle so, daß die Wirkungen der Handlungen verträglich sind mit echter Permanenz menschl. Lebens. (Hans Jonas)
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Felix Staratschek
Anmeldungsdatum: 24.11.2007 Beiträge: 157 Wohnort: Radevormwald
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Verfasst am: 10.06.2008, 08:10 Titel: Warum so vielfältige Abfallarten zur Verbrennung? |
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zu 2.): Halogenorganische Stoffe in MVA statt SVA?
Zahlreiche halogenorganische Substanzen sind hochsiedend, also bei Temperaturen niedriger als 850 bis 1200°C nicht unbedingt zerstörbar. Das oben genannte Hexachlorbenzol ( http://de.wikipedia.org/wiki/Hexachlorbenzol ) verdampft erst bei 1200°C. Deswegen verlangt §4 der 17. BImSchV, dass halogen- organische Abfälle mit einem Halogengehalt von mehr als 1 Gew.-%, berechnet als Chlor, in der MVA bei einer Mindesttemperatur von 1100°C verbrannt werden sollen. Solche Stoffe werden unter den Bedingungen der MVA nur partiell zerstört und bleiben unmittelbar Vorstufen für polychlorierte Dioxine/Furane ( http://de.wikipedia.org/wiki/PCDD - http://de.wikipedia.org/wiki/PCDF ). Da die Rauchgasreinigung die riesigen Abgasmengen einer MVA noch weniger effektiv beherrschen kann als die einer gezielt beschickten SVA, dürfte die 2003 eingeführte Erweiterung des Abfallspektrums für MVA die unvermeidbare Giftbildung (s.o.) noch erweitern. _________________ Handle so, daß die Wirkungen der Handlungen verträglich sind mit echter Permanenz menschl. Lebens. (Hans Jonas)
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Felix Staratschek
Anmeldungsdatum: 24.11.2007 Beiträge: 157 Wohnort: Radevormwald
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Verfasst am: 11.06.2008, 14:34 Titel: Wo bleiben die unzähligen Reaktionsprodukte? |
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Wo bleiben die unzähligen Reaktionsprodukte?
Da die Materie durch irdisches Feuer nicht zerstört werden kann (s.o.), dass jedes Atom, das in die MVA eingebracht wird (BRAM - Brennstoff aus Müll, Verbrennungsluft, Rauchgasreinigungsmittel), aus ihr wieder hinaus muß, müssen wir analysieren, wo es jeweils in Form welcher Umwandlungsprodukte bleibt. Da die Materie nichts anderes als konkrete Energie ist (E=mc²), beginnen wir mit der Analyse der Energiebilanz. _________________ Handle so, daß die Wirkungen der Handlungen verträglich sind mit echter Permanenz menschl. Lebens. (Hans Jonas)
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Felix Staratschek
Anmeldungsdatum: 24.11.2007 Beiträge: 157 Wohnort: Radevormwald
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Verfasst am: 11.06.2008, 17:22 Titel: Energiebilanz, thermische Emissionen |
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Energiebilanz, thermische Emissionen
Besonders zu berücksichtigen ist, dass der Wasseranteil im BRAM etwa 1/3 des Abfallgewichtes ausmacht. Wasser zu verdampfen, Wasser auf 100°C zu erwärmen, kostet sehr viel Energie. es kostet 2253 kj/l, d.h. ebensoviel Energie, wie um 1 l Wasser 230 km hochzuheben (1). Die Energie für die Verdampfung der vielen Tonne Wasser im BRAM geht in der MVA ohne jeden Nutzeffekt verloren - zum Schornstein hinaus.
Auch die nicht brennbaren mineralischen/metallischen Anteile des BRAM machen etwa 1/3 des Abfallgewichtes aus. Sie werden in der MVA auf 250 bis 850°C (bei SVA 1200°C) aufgeheizt und dabei in poröse (!!) Schlacken und Aschen umgewandelt (zu dem Inhalt der Poren später mehr!). Die Energie dieser Umwandlung geht der energetischen Nutzung des Brennstoffes verloren. Die heißen Schlacken und Rückstände aus der Rauchgasreinigung tragen zum hohen Energieverlust, zur schlechten Energiebilanz der MVA bei.
Insgesamt ist die Abwärme, die technisch nicht nutzbare Wärme, die durch Wärmestrahlung, -konvektion und -konduktion aus großen dauerbetriebenen MVA Tag und Nacht emittiert wird enorm. der größte Teil der in MVA erzeugten Wärme ist technisch nicht in Strom oder Prozessdampf umwandelbar. Die MVA sind also vor allem Abwärmeproduzenten, Produzenten unnützer thermischer Emissionen. Gerade in Zeiten ungemütlicher, regional verheerender Klimaänderungen ( http://de.wikipedia.org/wiki/Klimawandel ) durch die so genannte Erderwärmung ( http://de.wikipedia.org/wiki/Treibhauseffekt ) ist diese Technik nicht vertretbar, geradezu obsolet!
(Hier lasse ich etwas Text weg, der sich auf eine Abb. bezieht, ohne die er keinen Sinn macht)
Kunststoffe sind nicht "schnittfestes Erdöl", wie die MVA- Lobby propagiert. Durchschnittlich muss die Energie von 80.000 kj/kg aufgewendet werden (2), ehe das benötigte Erdöl hernageschafft, raffiniert und zum Polymer synthetisiert ist. dann werden noch diverse Additive hinzu gesetzt, bis die Qualität der für das Kunststoffprodukt benötigten Formmasse erreicht ist. Die für den gesamten Herstellungsprozess eingesetzte Energie wird bei der Verbrennung "vernichtet". Übrig bleibt der Heizwert des im Kunststoff enthaltenen Erdöls, aber nicht der volle obere Heizwert von ca. 40.000 kj/kg, den die MVA- Lobby so gerne anführt. Zwischen den Alt- Kunststoffen liegen im Restmüll viele nicht brennbare Stoffe, wie Wasser, Tonscherben, Metalle, Glas, Steine, usw., die alle völlig nutzlos erhitzt werden müssen. Dieser Energieverlust senkt den theoretischen oberen Heizwert des Kunststoffs auf den faktischen unteren Heizwert, also auf ca. 9000 kj/kg. zusätzlich sind noch Verluste durch die Prozesstechnik zu berücksichtigen. Am Ende bleiben für die Stromgewinnung ca. 4000 kj/kg übrig, also ca. 5% der ursprünglich im Kunststoff enthaltenen (und für seine Herstellung aufgewendeten) Energie. Davon sind noch 30% für den Strombedarf der MVA abzuziehen, ebenso der Heizölbedarf für die Stützfeuerung, der durchschnittlich bei 30 l pro Tonne Müll liegt. Die Ausbeute an Strom ist also sehr gering.
Man fragt sich daher also, woher das hohe Interesse der Stromversorger (EVU) an der Müllverbrennung rührt? Wirtschaftliche Vorteile gewinnen sie durch die langen Vertragslaufzeiten für MVA von 25-30 Jahren (bis zur Amortisation) und vor allem durch das Geschäft mit der Neusynthese der verbrannten Kunststoffe. Sie sichert hohen Stromverbrauch! Das Recycling würde dagegen den Bedarf an Neusynthesen dank des Materialerhaltes der Altkunststoffe, etc. reduzieren. Zu diesem Ergebnis kommen auch neuere Studien über sogenannte "life-cycle- assesments" (3). (Das ist ein weitere Grund den Stromkonzernen den Rücken zuzukehren und hier einen neuen Stromanbieter zu suchen: www.atomausstiegselbermachen.de , F.St.)
(1) Gerthsen, Ch.; H.Vogel: Physik, Springer Lehrbuch (1993)
(2) Schwarzl, F.R.: Polymermechanik, Springer, Berlin (1990)
(3) Ross, St., D. Evans: The enviromental effekt of reusing and recycling a plastic based packaging system, J. Cleaner Prod. 11, 561-571 (2003) _________________ Handle so, daß die Wirkungen der Handlungen verträglich sind mit echter Permanenz menschl. Lebens. (Hans Jonas)
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Felix Staratschek
Anmeldungsdatum: 24.11.2007 Beiträge: 157 Wohnort: Radevormwald
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Verfasst am: 12.06.2008, 17:19 Titel: Abgas |
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Abgase
Aus einer MVA verlassen etwa 5000 - 8000 m³ Abgas pro Tonne verbrannten Mülls den Schornstein, also 5 bis 8 Tonnen Abgas pro Tonne Müll (1). Darin enthalten ist viel Wasserdampf aus dem hohen Wasseranteil im BRAM (Brennstoff aus Müll). Daran ändert auch die "apothekenreifere" Bezeichnung EBS (Ersatzbrennstoff) nichts.
Der Wasserdampf kondensiert in der kühleren Umgebungsluft zu weißen Wolken. Mitglieder von Bürgerinitiativen (BI) haben erlebt, wie hochrangige Toxikologen, im Bemühen die 17. Bundesimissionsschutzverordnung ( http://de.wikipedia.org/wiki/BImSchV ) zum "Persilschein" zu machen, diese weiße Wolke als Zeichen der "sauberen Luft" aus "modernen" MVA anpreisen!
Aber mit dem Wasserdampf werden viele Säure-, Laugen- und Salzbildner und andere wasserlösliche Substanzen mitgeschleppt, die als Teil des so genannten "Sauren Regens" bald wieder den Boden erreichen und hier das empfindliche Bodenleben, das Edophan (Mikroorganismen, Regenwürmer und andere Kleinsttiere - http://de.wikipedia.org/wiki/Edaphon ) osmotisch so beeinträchtigen, dass die Bodenfruchtbarkeit leidet (2). Das betrifft nicht nur die Wälder in Form des sogenannten Waldsterbens, sondern die Bodenfruchtbarkeit für alle Pflanzen, auch der Äcker und Gärten - und mindert die gesunde Pflanzenvielfalt.
Wir haben die MVA bewusst mit der brennenden Zigarette verglichen. Aber BRAM unterscheidet sich wesentlich von den üblichen sehr viel homogeneren Brennstoffen, wie Kohle, Öl und Gas. BRAM enthält sehr viel mehr mobilisierbare Schwermetalle ( http://de.wikipedia.org/wiki/Schwermetalle ) und Halogene ( http://de.wikipedia.org/wiki/Halogene ) und Primärgifte, bzw. technische Vorstufen für Giftbildungen und begünstigt durch seine Inhomogenität die Giftbildung durch unvollständige Verbrennung.
Es wird auf die riesige o.g. Menge chemischer Reaktionen ( über 10 hoch 26 pro Sekunde) hingewiesen, die sich im Feueraum und in der anschließenden Abkühlphase während der Rauchgasreinigung Sekunde für Sekunde ereignen. (3)
innerhalb der Abgasfahne steht die 17. BImSchV dafür, das "verordnungsgemäß" keine nennenswerten Belastungen, auch keine nenneswerten Zusatzbelastungen ländlicher Gebiete (Reinluftgebiete) entstehen können sollen. Selbst das gefürchtete "Ultragift Dioxin" wird auf Emissionswerte kleiner 0,1 ng/m³ hinunter verordnet. Ist das etwa ein Marketing - Trick? Glaubt man etwa, dass die anderen Giftbildungen - Aldehyde, Peroxide, Benzole, Phenole oder PAH unbeachtet bleiben, das die Qualität der Rauchgasreinigung unstrittig wird, wenn der Emissionswert für PCDD/ PCDF auf vernachlässigbare maximal 0,1 ng/m³ festgesetzt wird?
Die unzähligen Reaktionsprodukte aus der MVA bleiben weder in Deutschland, noch in Europa und demnächst anderswo in einschlägigen Verordnungen stecken!
Aldehyde http://de.wikipedia.org/wiki/Aldehyde
Dioxin http://de.wikipedia.org/wiki/Dioxin
Peroxide http://de.wikpedia.org/wiki/Peroxide
Benzol http://de.wikipedia.org/wiki/Benzol
Phenole http://de.wikipedia.org/wiki/Phenole
PAH http://de.wikipedia.org/wiki/PAH
PCDD http://de.wikipedia.org/wiki/PCDD
PCDF http://de.wikipedia.org/wiki/PCDF
(1) Bank, M.: Basiswissen Umwelttechnik, Vogel- Verlag (1994)
(2) Seifert A.: Gärtnern, Ackern ohne Gift, Biederstein Verlag (1973)
(3) Günther, R.: Kraftwerksfeuerung und Umwelt, Spektrum der Wissenschaft, 70-82 (1988) _________________ Handle so, daß die Wirkungen der Handlungen verträglich sind mit echter Permanenz menschl. Lebens. (Hans Jonas)
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Felix Staratschek
Anmeldungsdatum: 24.11.2007 Beiträge: 157 Wohnort: Radevormwald
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Verfasst am: 13.06.2008, 06:06 Titel: Schlacken, Aschen, Filterstäube |
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Schlacken, Aschen, Filterstäube
Aber gehen wir einmal kurz davon aus, dass wir der hohen Effektivität der Rauchgasreinigung Glauben schenken können, dann folgt aus dem bisher genannten unstrittigen Fakten (unvollständige Verbrennung, unzählige- unkontrollierbare Radikale, Halogenierungen mit hochgradiger Giftbildung), dass die Gifte durch die Rauchgasreinigung aus der Gasphase ( http://de.wikipedia.org/wiki/Gasphase ) in die festen Rückstände der MVA, in Schlacke, Asche, Filterstäube, überführt werden. Ist das bedenkenlos hinnehmbar?
Sicher nicht! _________________ Handle so, daß die Wirkungen der Handlungen verträglich sind mit echter Permanenz menschl. Lebens. (Hans Jonas)
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Felix Staratschek
Anmeldungsdatum: 24.11.2007 Beiträge: 157 Wohnort: Radevormwald
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Verfasst am: 13.06.2008, 06:55 Titel: Schlacken, Aschen, Filterstäube |
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a) Schlacke
http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacke
Die Schlacke wird von der MVA- Lobby gerne als "inert", d.h. schadstofffrei - und als Baustoff, z.B. für den Straßenbau - bezeichnet.
http://de.wikipedia.org/wiki/Inertisierung
( Hier mal ein Werbevideo der MVA Hagen: www.youtube.com/watch?v=MxkWlDl7K7o , was die Eingangskontrolle an der MVA Wuppertal angeht, kann ich nur lachen. Die findet allenfalls auf dem Papier statt und mehr war hier im Video auch nicht sichtbar. und die Schlacke kommt in den Straßenbau oder Bergbau. Aber wie lange gibt es noch letzteres? Wird der Müll uns eines Tages als giftiges Mineralwasser aus der Tiefe erreichen?)
Schadstofffrei - das ist sicher falsch und eine Irreführung. Schlacke entsteht im Feuerraum durch partielle Ausgasungen der Feststoffe. zurück bleibt bröckeliges, aber hoch poröses Material. Es wird heiß vom Feuerrost ausgeschleust und draußen mit Kühlwasser abgeschreckt. dann stimmt, dass die Oberfläche der Schlackenklumpen "inert" ist, aber nur die Oberfläche! die inneren Poren enthalten kein Vakuum, sondern sind mit Anteilen des hochgiftigen Rohgases gefüllt.
Berühmt, berüchtigt ist die rotbraune Schlacke, die unter dem Namen "Marsberger Kieselrot" ( http://de.wikipedia.org/wiki/Kieselrot ) als Laufbahnbelag für Sportplätze verarbeitet wurde (1). Das Material fiel zwischen 1937 und 1945 als Schlacke an, weil in Marsberg kupferarme Erze mit Steinsalz (NaCl) vermischt und dann bei 600°C geröstet wurden, um das Kupfer auslaugen zu können. Die rötlich braunen Laugungsrückstände wurden zunächst auf einer benachbarten Halde deponiert. Später - bis ca. 1968 - wurden an die 400.000 t als sogenanntes "Kieselrot" an Sportplätze verkauft. dann fiel auf, dass durch die sportlichen Beanspruchungen und Witterungseinflüsse die porösen Schlackekörner aufbrachen und aus ihren Poren beträchtliche Dioxinmengen frei wurden. Der PCDD/ PCDF- Gehalt schwankte zwischen 10.000 und 100.000 ng/kg internationale toxische Äquivalente (I-TEq). (1)
Als unsere für MVA werbenden Toxikologen und an "Apothekensprache" gewohnten "Inertisierer" der MVA- Schlacke mit solchen und ähnlichen Hinweisen bei öffentlichen Diskussionen in die enge getrieben wurden, wussten sie sich nicht anders zu helfen, als die Verglasung der Schlacke zu empfehlen, also ihre Abkapselung und feste Einbindung in Glasmassen vor einer Untertagedeponie. Das haben die Wirtschaftler, die jetzt den MVA- Verkauf puschen müssen, natürlich als zu teuer längst "gecancelt". Jetzt heißt die MVA- Schlacke einfach wieder "inert". Sie soll als Unterschicht im Straßenbau genutzt werden. Das kann eine Weile ohne toxische Folgen bleiben. aber die Siliziumoxide ( http://de.wikipedia.org/wiki/Siliziumoxid ) in der Schlacke sind labil und hoch reaktiv, wenn Regenwasser durch defekte Straßendecken zu ihnen durchsickert ( oder bei Bauarbeiten die Straßen aufgerissen werden und zusätzlich Schlacke mit anderen Untergrundbereichen vermischt wird! - Ergänzung von F.St.). Das Landgericht München II hat dies in einem Rechtsstreit im Landkreis Dachau mit dem bayerischen Umweltministerium berücksichtigt und den Einsatz der MVA- Schlacke für den Straßenbau im Januar 1995 unter Strafe gestellt (2). (Anmerkung von F.St.: Das hindert z.B. die Verantwortlichen der MVA Hagen in ihrem oben verlinkten Werbevideo (seit 12/2007 auf Youtube) nicht daran, eben diese Verwendung der Schlacken im Straßenbau anzupreisen!)
(1) Mühlendahl, K-E.: Dioxin auf Spielplätzen, Sozialpädiatrie 14, 481 (1981)
(2) Probst, R.: Schlacke ist Abfall und kein Baustoff, Süddeutsche Zeitung, 11.05.95
Thematisiert wird das auch hier:
http://dip.bundestag.de/btd/13/012/1301235.asc _________________ Handle so, daß die Wirkungen der Handlungen verträglich sind mit echter Permanenz menschl. Lebens. (Hans Jonas)
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Felix Staratschek
Anmeldungsdatum: 24.11.2007 Beiträge: 157 Wohnort: Radevormwald
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Verfasst am: 13.06.2008, 07:07 Titel: Schlacken, Aschen, Filterstäube |
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b) Flugasche, Filterstäube
http://de.wikipedia.org/wiki/Flugasche
Flugasche und Filterstäube, die bei Abreinigungsarbeiten aus MVA anfallen, sind reich an toxischen Schwermetallen und organischen Giften bis hin zu halogenierten Dioxinen/ Furanen, nicht nur PCDD/ PCDF, sondern auch bromierten und fluorierten und Mischformen, die an den Metalloberflächen katalytisch gebildet wurden, so dass sie unstrittig als hochtoxisch gelten. diese sehr langlebigen Gifte sollen - ähnlich wie radioaktiver Müll, nur nicht so teuer verpackt - in leere Stollen von Salzbergwerken abgelagert werden. Es entsteht eine toxische Langzeitproblematik durch Grundwassergefährdung, ähnlich wie beim Atommüll. die Anti- Atombewegung müsste konsequenterweise auch eine aktive Anti- MVA- Bewegung sein!
http://de.wikipedia.org/wiki/Endlager
http://de.wikipedia.org/wiki/Atomm%C3%BCll _________________ Handle so, daß die Wirkungen der Handlungen verträglich sind mit echter Permanenz menschl. Lebens. (Hans Jonas)
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