Der Bundesvorstand von Bündnis für die Zukunft zum Energiesteuergesetz der Bundesregierung
Bündnis für die Zukunft kritisiert das im Gesetzgebungsprozess
befindliche Energiesteuergesetz, da es alternative Kraftstoffe,
die die Umwelt eher schonen, verteuern wird!
Zweifellos ist Bahnfahren die ökologischere Alternative.
Mit der Zerschlagung und Privatisierung von Bahnstrecken werden
umweltbewußte Bürger jedoch teilweise dazu gezwungen nach umweltfreundlichern
Alternativen der Mobilität zu suchen. Mit einer Investition in die
Umrüstung ihres Autos auf einen Gasantrieb haben sie im Vertrauen auf
eine Planungssicherheit gehandelt, die durch den im
Gesetzgebungsprozess befindlichen Gesetzentwurf des
Energiesteuergesetzes in Frage gestellt wird.
Die Europäische Union fördert die Verwendung alternativer Kraftstoffe.
In der Bundesrepublik hat man jedoch ohne zwingenden Grund im
nationalen Alleingang dem Erdgas eine größere Bedeutung zugemessen.
Dabei lehnen wir die zeitweise im Gesetzentwurf vorhandene
Ungleichbehandlung von LPG (bis 2009 keine Steuererhöhung geplant) mit
CNG (bis 2020 keine Steuererhöhung geplant) ab.
Die Regierungsparteien hatten zunächst die Absicht, den Förderzeitraum
bis
2020 für beide Produkte festzuschreiben. Später wollte man den
Förderzeitraum auf 2015 für beide Energiearten herabsetzen.
Erst in der Vorbereitungsphase der Verabschiedung der
Energiebesteuerung im Bundeskabinett hat sich dann das Blatt gewendet.
Maßgeblich verantwortlich zeichneten hier die Staatssekretäre aus Finanz-, Umwelt-
und Verkehrsministerium, die den Entwurf auf die ursprünglichen Regelungen
gegen die Interessen des Bundestages - zurückgefahren und den
Interessen der Ergaslobby angepasst haben.
Auf Grund der starken Proteste scheint nun wieder eine gleichzeitiger
Förderungszeitraum bis 2018 realistisch zu werden.
Die deutliche Mehrheit aller Gasfahrer fährt mit Autogas. LPG bietet im
Individualverkehr erhebliche Vorteile: Hierzu gehören ein dichtes,
schnell wachsendes bundes- und insbesondere europaweites
Tankstellennetz. Ergas/CNG ist demgegenüber eine deutsche Insellösung,
die sich europaweit bisher weniger durchgesetzt hat. Ein weiterer
Vorteil sind die große Reichweiten (bis 700 km) schon mit kleinen
LPG-Tanks (Radmulde).
Autogas (LPG) ist zudem ein Nebenprodukt der Erdöl- und Erdgasförderung
sowie der Erdölraffinierung. Erdöl und Erdgas hingegen
werden zusätzlich ausgebeutet.
Gemeinsame positive Eigenschaften von LPG und CNG sind: Hohe
Klopffestigkeit ohne giftige Additive, kein Dieselruß und kein
Feinstaub.
Die zeitweise im Gesetzgebungsprozeß geplante steuerliche Schlechterstellung des
Autogases würde, falls sie umgesetzt wird, auch
Autohäuser, Umrüstbetriebe und Flüssiggastankstellen treffen, die als
Bestandteil des "Wirtschaftsmotors Mittelstand" Wirtschaftskraft und
Arbeitsplätze sichern, während u.a. auch mit Erdgas handelnde
Großkonzerne dies weniger bewerkstelligen.
Uns ist bewußt, dass Gasfahren langfristig gesehen nur eine
Übergangslösung sein kann, bis beispielsweise Wasserstoff ebenso
umweltfreundlich produziert werden kann, oder der Bahn wieder der
Stellenwert im öffentlichen Bereich zugewiesen wird, der ihr
notwendigerweise zukommen sollte!
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